Woher kommt die Laser-WellenlÀnge?
Moderator: ekkard
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Woher kommt die Laser-WellenlÀnge?
Moin,
Am Donnerstag halte ich ein Referat ĂŒber Laser, die Funktionsweise ist mir eigentlich recht klar, bis auf einen Punkt. Die angeregten Elektronen geben ein Photon ab, wenn sie von einem getroffen wurden, und das neue ist genau wie das alte. Also muss es sozusagen ein erstes Photon mit der WellenlĂ€nge pro Betrieb gegeben haben, dass die Kettenreaktion ausgelöst hat. In den Beispielen die ich gesehen habe wurde mit Blitzlampen gepumpt, und es kam ein roter Laser bei raus, wo kommt jetzt das erste "rote" Laser photon her?
Vielen Dank und gruĂ
Philip
Am Donnerstag halte ich ein Referat ĂŒber Laser, die Funktionsweise ist mir eigentlich recht klar, bis auf einen Punkt. Die angeregten Elektronen geben ein Photon ab, wenn sie von einem getroffen wurden, und das neue ist genau wie das alte. Also muss es sozusagen ein erstes Photon mit der WellenlĂ€nge pro Betrieb gegeben haben, dass die Kettenreaktion ausgelöst hat. In den Beispielen die ich gesehen habe wurde mit Blitzlampen gepumpt, und es kam ein roter Laser bei raus, wo kommt jetzt das erste "rote" Laser photon her?
Vielen Dank und gruĂ
Philip
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Re: Woher kommt die Laser-WellenlÀnge?
Hallo Phillip, 
eine interessante Frage ... ich gehe mal davon aus Du hÀltst Dein Referat in der Schule / gymnasiale Oberstufe oder einer vergleichbaren Bildungseinrichtung, richtig ? ( Leider geht das aus Deinem Profil nicht so ganz hervor ... aber ich vermute mal ganz scharf es ist so ... )
Weil Du ja schreibst, Du hast das Prinzip des Lasers im Prinzip verstanden...
Deine Frage ist ja was in einem Laser die WellenlĂ€nge des ausgesandten Lichtes der Laserstrahlung bestimmt ... das ist durch die Eigenschaften / das Niveauschema der aktiven Substanz ( beim Rubin-Laser sind das Chrom-Atome in dem Aluminiumoxidkristallgitter des Laserkristalls ) beim Helium-Neon-Laser ( das ist der kleine rot leuchtende Laser in der Schule ... die WellenlĂ€nge der Laserstrahlung die er erzeugt ist 632,8 nm !) ist es das Gas Edelgas Neon - das ĂŒberigens rot-orange leuchtet...
Genauer : der (Energie-) Abstand des oberen Laserniveaus vom unteren Laserniveau bestimmt welche LaserwellenlÀnge erzeugt wird.
Die Pumplichtquelle ( Blitzlampe o.Ă€. ) hat damit gar nichts zu tun, deren WellenlĂ€ngenspektrum muĂ einfach so ausgewĂ€hlt werden, daĂ es die spektrale Absorbtion des aktiven Materials weitgehend abdeckt - so daĂ durch Absorbtion der Pumpstrahlung eine Besetzungsinversion des aktiven Materials entsteht. Beim Rubinlaser sind diese AbsorbtionsbĂ€nder in blauen und grĂŒnen Spektralbereich ( um 400 nm und 530 nm etwa... es sind sehr breite Absorbtionsbanden ). Deshalb erscheint der Rubin im Tageslicht leicht rosa... also in der KomplementĂ€rfarbe dieser Absorbtionslinien.
Du kannst diese Linien beim Rubinkristall beobachten wenn er mit weiĂem Licht durchleuchtet wird und das durch den Kristall hindurchgehende Licht mit einem Taschenspektroskop oder einem Prisma oder optischen Gitter in das Spektrum zerlegt wird : Es erscheinen zwei dunkele Linien in Spektrum, wo der Kristall absorbiert (Resonanzabsorbtion)... Du siehst mit der LaserwellenlĂ€nge hat die Absorbtion der Pumpstrahlung nichts zu tun, weil sie das Absorbtionsspektrum abdecken muĂ ( um die Inversion in dem Kristall / aktiven Material ) aufzubauen.
Ist Dir das Niveauschema eines Lasers bekannt ( 3-Niveau-Schema beim Rubin / 4 Niveau-Schema beim He-Ne-Laser ) ? Das erklĂ€rt Dir dann auch, warum die Pumpstrahlung immer eine andere ( genauer gesagt : kĂŒrzere WellenlĂ€nge ) haben muĂ als die erzeugte Laserstrahlung. ( Diese ist ohne den Resonator (Spiegel des Lasers ) auch nur eine Flourezenzstrahlung.... )
Alles klar? Falls nicht einfach fragen...!
Viel Erfolg bei Deinem Referat...
GrĂŒĂe,
Undine

eine interessante Frage ... ich gehe mal davon aus Du hÀltst Dein Referat in der Schule / gymnasiale Oberstufe oder einer vergleichbaren Bildungseinrichtung, richtig ? ( Leider geht das aus Deinem Profil nicht so ganz hervor ... aber ich vermute mal ganz scharf es ist so ... )
Weil Du ja schreibst, Du hast das Prinzip des Lasers im Prinzip verstanden...

Deine Frage ist ja was in einem Laser die WellenlĂ€nge des ausgesandten Lichtes der Laserstrahlung bestimmt ... das ist durch die Eigenschaften / das Niveauschema der aktiven Substanz ( beim Rubin-Laser sind das Chrom-Atome in dem Aluminiumoxidkristallgitter des Laserkristalls ) beim Helium-Neon-Laser ( das ist der kleine rot leuchtende Laser in der Schule ... die WellenlĂ€nge der Laserstrahlung die er erzeugt ist 632,8 nm !) ist es das Gas Edelgas Neon - das ĂŒberigens rot-orange leuchtet...
Genauer : der (Energie-) Abstand des oberen Laserniveaus vom unteren Laserniveau bestimmt welche LaserwellenlÀnge erzeugt wird.
Die Pumplichtquelle ( Blitzlampe o.Ă€. ) hat damit gar nichts zu tun, deren WellenlĂ€ngenspektrum muĂ einfach so ausgewĂ€hlt werden, daĂ es die spektrale Absorbtion des aktiven Materials weitgehend abdeckt - so daĂ durch Absorbtion der Pumpstrahlung eine Besetzungsinversion des aktiven Materials entsteht. Beim Rubinlaser sind diese AbsorbtionsbĂ€nder in blauen und grĂŒnen Spektralbereich ( um 400 nm und 530 nm etwa... es sind sehr breite Absorbtionsbanden ). Deshalb erscheint der Rubin im Tageslicht leicht rosa... also in der KomplementĂ€rfarbe dieser Absorbtionslinien.

Du kannst diese Linien beim Rubinkristall beobachten wenn er mit weiĂem Licht durchleuchtet wird und das durch den Kristall hindurchgehende Licht mit einem Taschenspektroskop oder einem Prisma oder optischen Gitter in das Spektrum zerlegt wird : Es erscheinen zwei dunkele Linien in Spektrum, wo der Kristall absorbiert (Resonanzabsorbtion)... Du siehst mit der LaserwellenlĂ€nge hat die Absorbtion der Pumpstrahlung nichts zu tun, weil sie das Absorbtionsspektrum abdecken muĂ ( um die Inversion in dem Kristall / aktiven Material ) aufzubauen.
Ist Dir das Niveauschema eines Lasers bekannt ( 3-Niveau-Schema beim Rubin / 4 Niveau-Schema beim He-Ne-Laser ) ? Das erklĂ€rt Dir dann auch, warum die Pumpstrahlung immer eine andere ( genauer gesagt : kĂŒrzere WellenlĂ€nge ) haben muĂ als die erzeugte Laserstrahlung. ( Diese ist ohne den Resonator (Spiegel des Lasers ) auch nur eine Flourezenzstrahlung.... )
Alles klar? Falls nicht einfach fragen...!
Viel Erfolg bei Deinem Referat...

GrĂŒĂe,
Undine
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Re: Woher kommt die Laser-WellenlÀnge?
Jo, ich geh aufs Gymnasium, Sry wegen dem leerem Profil, bin hier eigentlich nur passiv Mitglied 
Vielen Dank fĂŒr deine ausfĂŒhrliche Antwort, ich war erst verwirrt, weil bei GlĂŒhlampen Photonen mit verschiedenen WellenlĂ€ngen beim spontanem Zerfall entstehen, und dann dachte ich, das Ă€ndert nicht das Atom, sondern das Photon, das das Elektron abschieĂt. Nagut, jetzt kann das Referat losgehen
GruĂ
Philip

Vielen Dank fĂŒr deine ausfĂŒhrliche Antwort, ich war erst verwirrt, weil bei GlĂŒhlampen Photonen mit verschiedenen WellenlĂ€ngen beim spontanem Zerfall entstehen, und dann dachte ich, das Ă€ndert nicht das Atom, sondern das Photon, das das Elektron abschieĂt. Nagut, jetzt kann das Referat losgehen

GruĂ
Philip
- ekkard
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Re: Woher kommt die Laser-WellenlÀnge?
... hat dir Undine ja schon ausfĂŒhrlich ausgebreitet.DJburner hat geschrieben:... die Funktionsweise ...
Also, es sind nicht die Elektronen, die "getroffen" werden, sondern die fĂŒr die Emission zustĂ€ndigen Energie-Niveaus (Stufen) im Atom, MolekĂŒl, Kristallgitter - je nachdem. Es handelt sich um einen "momentan behinderten" Anregungszustand. Der Normalfall ist, dass sich "angeregte ZustĂ€nde" spontan, d. h. recht schnell entleeren. Dies ist bei Lasermaterialien nicht der Fall. Dort gibt es "gesperrte ĂbergĂ€nge". Die sind quasi "gespannt", wie eine Anordnung von gespannten Mausefallen auf deren BĂŒgeln je ein Tischtennisball liegt. Wenn man einen Tischtennisball auf diese Anordnung fallen lĂ€sst, geht es rund!DJburner hat geschrieben:Die angeregten Elektronen geben ein Photon ab, wenn sie von einem getroffen wurden, und das neue ist genau wie das alte. Also muss es sozusagen ein erstes Photon mit der WellenlĂ€nge pro Betrieb gegeben haben, dass die Kettenreaktion ausgelöst hat. ..., wo kommt jetzt das erste "rote" Laser photon her?
ABER: Die Sperre ist nicht so, wie bei Mausefallen ĂŒblich, sondern gelegentlich gehen auch "gesperrte angeregte ZustĂ€nde" ĂŒber in den Grundzustand unter Aussendung eines Photons - und zwar mit exakt der fĂŒr die weitere Entspannung (Entsperrung) benötigten WellenlĂ€nge. Die "Sperre" gilt also nur fĂŒr die ĂŒberwiegende Mehrzahl der Laser-ZustĂ€nde im Termschema (s. Beitrag Undine). Die "ersten Photonen" entstehen also mit einem gewissen Prozentsatz von allein. (Bei den Riesenzahlen an Photonen ist selbst ein "kleiner Prozentsatz" eine groĂe Anzahl. Also genug, um den Laservorgang in Gang zu setzen - so, als wenn sich gelegentlich eine der o. g. Mausefallen selbstĂ€ndig entlĂ€dt.
Mit freundlichen GrĂŒĂen
Ekkard
Ekkard
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Re: Woher kommt die Laser-WellenlÀnge?
Ah ok , verstehe, viele Dank 

- ekkard
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Re: Woher kommt die Laser-WellenlÀnge?
Nachtrag: Dass wir von Energie-Niveaus (Stufen) und WellenlÀngen reden, hat mit der Gleichung
Energiedifferenz = h*c/WellenlÀnge zu tun. Hierin sind h das Plancksche Wirkungsquantum und c die Lichtgeschwindigkeit. Eine gelÀufigere Form ist Energiedifferenz = h * f, wobei f die Frequenz des Photons ist. (f = c/WellenlÀnge)
Energiedifferenz = h*c/WellenlÀnge zu tun. Hierin sind h das Plancksche Wirkungsquantum und c die Lichtgeschwindigkeit. Eine gelÀufigere Form ist Energiedifferenz = h * f, wobei f die Frequenz des Photons ist. (f = c/WellenlÀnge)
Mit freundlichen GrĂŒĂen
Ekkard
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