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Leistungsschätzung rot
Verfasst: Do 24 Dez, 2009 7:53 pm
von collimator_93
Abend zusammen,
weiß zufällig wer, ab wieviel mW man weißes Papier zum brennen bekommt? Bzw. es werden bei mir ordentliche Löcher herausgebrannt, jedoch fängt das Papier nicht zum brennen an ...
Gruß
collimator_93
Leider hab ich gestern mein PM3 Messkopf von Coherent geschossen ... sonst wärs einfacher mit messen...
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Do 24 Dez, 2009 9:58 pm
von gento
Ab 20 Watt brennt das Papier bestimmt.
Ab 5 MW gibt es Löcher.(Alles eine Frage der Zeit).
Gento
Edit : m statt M
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Fr 25 Dez, 2009 11:47 am
von turntabledj
Hey Coli,
das kann man nun wirklich absolut nicht ableiten...
Zu viele Faktoren:
Farbe des Papiers
Bei weiß - wie weiß ist es (Persil, nen bisschen, ganz schön weiß, total weiß...)
Umgebungstemperatur
Luftfeuchtigkeit
Strahldurchmesser auf dem Auftreffpunkt
Abstand zur Laserquelle
Wie trocken ist das Papier (leicht trocken, bügeltrocken, schranktrocken, fur*trocken)
Windgeschwindigkeit
Wieviel Meter über Meeresspiegel
Längen und Breitengrad des Standorts
Ungefähre Uhrzeit
Bewölkt, Sonnig, Regen oder Schnee
Fällt sonst noch jemandem was ein ?
Fröhliche Weihnachten
ttdj.
PS: Lag evtl. ein neuer Messkopf unterm Baum?

Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mo 28 Dez, 2009 2:43 pm
von vexti
Hi
Also wenn ich den Zigarettentest(bitte nicht schlagen) mache:
bei 150mw Grün Zigarette brennt nach ner Weile..
bei 150mw Blau auch
bei rund 240mw Rot (Doppel Roter 658nm 2*150mw LD) tut sich da rein gar nix.
Sehr merkwürdig finde ich...
Gruß Ulli
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mo 28 Dez, 2009 4:47 pm
von gento
vexti hat geschrieben:Hi
bei rund 240mw Rot (Doppel Roter 658nm 2*150mw LD) tut sich da rein gar nix.
Sehr merkwürdig finde ich...
Gruß Ulli
Liegt wohl an der Marke.
Rot-Händle darf man nicht neben 642nm legen , sonst hast Du nicht viel davon *g*
Gento
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mo 28 Dez, 2009 8:51 pm
von tracky
Also wenn Du den Ausgangsstrahl des Roten so stark auf Brennpunkt fokussierst, dann klappt es garantiert!
DPSS sind i.d.R. mehrfach kollimiert und haben einen besseren Strahldurchmesser. Daher höhere Energiedichte als Rot. Das wiederum kann man mit der Optik ausgleichen, was aber einen besch....en Ausgangsstrahl bringt. Egal wie, lasse dich nie von den optischen Eindrücken trügen! Oder was meinst Du wieviel Leistung benötigt wird, um eine DVD zu brennen?
@ Gento - feiner Vergleich!

Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mo 28 Dez, 2009 9:32 pm
von vexti
Na einen besseren Strahldurchmesser halt ich für ein Gerücht, der Rote von Guido 642nm@>170mw ist bestimmt dünner, brennt bei mir aber immer noch nix an und DVD verbrenne ich nicht, ausser die Soft ist so schlecht, die da drauf ist(Vista zum Beispiel)
Gruß Ulli
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mo 28 Dez, 2009 9:50 pm
von tracky
....Energiedichte....
Wenn Deine DPSS schlechtere Strahldaten haben, dann tut es mir leid. . .
Reflexionsverhalten der Haut im Bezug auf Wellenlänge - vielleicht liegt es ja mit daran, das Dein Roter thermisch nicht zu fühlen ist. Mein Roter tut jedenfalls seeehhhhrr weh!
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mo 28 Dez, 2009 10:15 pm
von DeadEyeTAKI
Ich bin da auch kein Spezialist ... aber da gab es noch diese Sache mit der unterschiedlichen Wirkung von verschiedenen Wellenlängen. Mir fallen gerade die Fachbegriffe nicht ein. Das waren zwei wirkungsweisen thermisch und ... komme nicht drauf. ... An alle Physiker hier: Helft mir doch bitte mal!
Ich habe praktisch z.B. folgende Erfahrung gemacht: 100mW BluRay mit einer Lens-27 kollimiert brennt schon ziemlich auf der Haut. ca. 400mW 658nm Rot - ebenfalls mit Lens-27 kollimiert - brennt daher nicht.
Als ich aber beim Justieren eines Nachts den roten Strahl plötzlich auf meine blau-weiße Schlafanzug-Hose bekam, hat es plötzlich total gebrannt! Und zwar ohne spürbare Zeitverzögerung! Das fand ich interessant. Also habe ich aus Neugier mal den BluRay-Strahl auf die Hose gerichtet. Das hat man aber komischer weise gar nicht gespürt!
Aus dieser praktischen Erfahrung heraus würde ich also das bestätigen, was ich hier auch schon öfter gelesen habe: Unterschiedliche Wellenlängen wirken sich einfach unterschiedlich aus. Schon allein deshalb kann man die Leistung anhand dessen, wie stark ein Laser auf der Haut oder anderen Oberflächen brennt, nicht bestimmen.
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mo 28 Dez, 2009 10:46 pm
von gento
Ich habe Real folgende Erfahrungen gemacht.
Fragen nach , was brennt wann , oder wann jault eine Katze.
Zeugt von : Eierschalen hinter den Ohren. (Pubertäre Frage =( Und darf keinen Laser haben))
Gento
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Di 29 Dez, 2009 12:21 am
von vexti
@Gento
Das ist bestimmt auch nicht mein Ziel, irgendwas abzufackeln oder mir ständig ne Kippe damit anzuzünden. Mich hats nur gewundert, dass ich einen
grünen laser spürbar merke und den Roten gleicher Stärke nicht. Ziel sollte ein RGB Projektor sein und das da natürlich die Sicherheit an erster Stelle steht ist auch klar. Aber genau da gehts schon los - irgendein, wie Du es nennst, Pubertärer Eierschalenträger(der ich sicher nicht bin, dafür hab ich schon über 20 Jahre einen Peronalausweis und kann selbstständig denken), hält seine Flossen in einen roten Laser@150mA und denkt das da nix passiert, weil er sich nicht verbrennt und fuchtelt danach mit so nen selbstgebastelten Laserpointer in der Gegend herum. Ich für meinen Teil weiß, dass der Rote ganz bestimmt nicht ungefährlich ist aber weiß der junge Kerl das?
Gruß Ulli
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Di 29 Dez, 2009 10:28 am
von mR.Os
Da muss ich mal schnell die Formel E=h*f in den Raum werfen. h ist das Plancksche Wirkungsquantum, f die Frequenz und E die Energie.
Schon alleine nach dieser Formel kann man sagen, dass rotes Laserlicht weniger Energie als blaues Licht hat. Denn je größer die Wellenlänge desto geringer ist die Frequenz.
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mi 30 Dez, 2009 9:53 am
von goamarty
Ich würde hier eher nicht die Quantenenergie sondern das Absorbtions-/Reflexionsverhalten und den Strahldurchmesser als wichtigste Kriterien sehen. Zwei grüne, mit gleicher Leistung aber deutlich unterschiedlichem Strahldurchmesser haben das schon deutlich gezeigt.
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mi 30 Dez, 2009 2:55 pm
von DeadEyeTAKI
mR.Os hat geschrieben:Da muss ich mal schnell die Formel E=h*f in den Raum werfen. h ist das Plancksche Wirkungsquantum, f die Frequenz und E die Energie.
Schon alleine nach dieser Formel kann man sagen, dass rotes Laserlicht weniger Energie als blaues Licht hat. Denn je größer die Wellenlänge desto geringer ist die Frequenz.
Okay - ich habe ähnliche Argumente schon gelegentlich gehört. Aber wenn ich nochmal mein physikalisches Halbwissen anwenden darf:
Watt ist definiert als 1 Joule pro Sekunde.
Das heißt: Wenn wir 100mW mit einer Wellenlänge von 658nm und 100mW mit einer Wellenlänge von 405nm vergleichen, dann geht es um die gleiche Energiemenge! Oder habe ich da einen Denkfehler? Ich denke, dass die Abhänigkeit von Energie und Frequenz vorher zum Tragen kommt. Aber in dem Moment, wo die Leistung, die die beiden Laser-Quellen verlässt, als gleich bekannt ist, spielt die Formel keine Rolle mehr. Es musste eben für die Emission entsprechend mehr oder weniger "investiert" werden, um von der einen oder anderen Wellenlänge die entsprechende Leistung zu erreichen.
An alle Physiker hier im Forum: Ist das so ungefähr korrekt?
goamarty hat geschrieben:Ich würde hier eher nicht die Quantenenergie sondern das Absorbtions-/Reflexionsverhalten und den Strahldurchmesser als wichtigste Kriterien sehen. Zwei grüne, mit gleicher Leistung aber deutlich unterschiedlichem Strahldurchmesser haben das schon deutlich gezeigt.
Bei meiner praktischen Beobachtung waren beide Laser-Quellen Dioden, die mit der Lens-27 kollimiert wurden. Trotzdem sind die Strahldaten natürlich nicht 100%ig identisch. Der Strahldurchmesser war aber ungefähr gleich. Daher ist das wohl auch nicht die Erklärung.
Erklärung / ich habe da mal was ausgegraben:
Ich verstehe jetzt auch, wieso sich Dr. Ulli noch nicht eingeschaltet hat ...... weil er diese Fragestellung wohl wahrscheinlich schon duzende Male beantwortet hat!

Im folgenden Artikel werden die beiden unterschiedlichen Wirkungsweisen besprochen, die ich erwähnt habe ... übrigens heißen sie
"thermisch" und
"photochemisch":
http://www.laserfreak.net/forum/viewtop ... ch#p141686
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Mi 30 Dez, 2009 3:25 pm
von lucas
du hast richtig bemerkt. Die Leistung 100mW bei unterschiedlichen Wellenlängen bedeutet unterschiedliche Anzahl an Photonen die nötig sind.
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Do 31 Dez, 2009 10:43 pm
von wler
DeadEyeTAKI hat geschrieben:Ich bin da auch kein Spezialist ... aber da gab es noch diese Sache mit der unterschiedlichen Wirkung von verschiedenen Wellenlängen. Mir fallen gerade die Fachbegriffe nicht ein. Das waren zwei wirkungsweisen thermisch und ... komme nicht drauf. ... An alle Physiker hier: Helft mir doch bitte mal!
Ich habe praktisch z.B. folgende Erfahrung gemacht: 100mW BluRay mit einer Lens-27 kollimiert brennt schon ziemlich auf der Haut. ca. 400mW 658nm Rot - ebenfalls mit Lens-27 kollimiert - brennt daher nicht.
Als ich aber beim Justieren eines Nachts den roten Strahl plötzlich auf meine blau-weiße Schlafanzug-Hose bekam, hat es plötzlich total gebrannt! Und zwar ohne spürbare Zeitverzögerung! Das fand ich interessant. Also habe ich aus Neugier mal den BluRay-Strahl auf die Hose gerichtet. Das hat man aber komischer weise gar nicht gespürt!
Aus dieser praktischen Erfahrung heraus würde ich also das bestätigen, was ich hier auch schon öfter gelesen habe: Unterschiedliche Wellenlängen wirken sich einfach unterschiedlich aus. Schon allein deshalb kann man die Leistung anhand dessen, wie stark ein Laser auf der Haut oder anderen Oberflächen brennt, nicht bestimmen.
100mW rot hat die gleiche Leistung wie 100mW blau. Das ist ja gerade er Sinn von "Watt", welches thermisch definiert ist (Das hat mit E=mc^2 gar nichts zu tun). Fuer die Heizwirkung kommt es aber auf die Absorption an, und es ist klar dass ein roter Laser auf blauem Stoff staerker absorbiert wird als ein blauer, andererseits ein blauer staerker auf der Haut als rein roter. Nur auf komplett schwarzen Objekten waere der Effekt der beiden 100mW Laser gleich. Ebenso kommt es auf die Leistungsdichte an, sicher macht es einen Unterschied ob ein Beam 1cm oder 1mm Durchmesser hat, letzterer hat eine 100fache Leistungsdichte. Dazu kommen noch weitere, nicht gut kalkulierbare Faktoren, zB Waermeleitfaehigkeit des Materials, daher kann man es vergessen, so simple Art Laserleistung bestimmen zu wollen.
Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Fr 01 Jan, 2010 1:24 am
von cruhbach
Also nach meinem Verständnis liegt der Grund für die mangelnde Verbrennung meiner Flossen bei Rot darin, dass gerade Haut für rotes Licht relativ transparent ist, also der Laser verhältnismäßig tief in die Hautschichten eindringt. Somit verteilt sich die Laserenergie auf eine größere Fläche/Tiefe, als z.B. bei Blau (oder auch Grün), wo fast sämtliche Energie direkt auf der Oberfläche der Haut freigesetzt wird. Somitz ist dann die Temperaturerhöhung deutlich stärker spürbar als beim Roten. Hinzu kommt, dass durch die größere Eindringtiefe des roten Lasers die Wärmeenergie zusätzlich besser vom Umgebungsgewebe bzw. Blut abtransportiert werden kann. Hier gibt es bei Blau überhaupt keine Chance, weil die obersten Hautschichten nicht durchblutet sind.
Wie es mit Papier funktioniert, weiß ich auh nicht, aber auch hier hat es, glaube ich stark mit dem Absorptionsverhalten zu tun. Und ich muss dem Vorredner Recht geben 100mW Rot sollten soviel Energie haben, wie 100mW Blau, vorausgesetzt wir messen hier Ausgangsleistung und nicht nominale Leistung des Lasers.
...aber ich bin sicher bei 20W raucht auch mein Finger

Re: Leistungsschätzung rot
Verfasst: Sa 02 Jan, 2010 4:17 pm
von lucas
Hier mal ein Bildchen aus dem Script meines Professors im Fach Lasertechnik. Das Unter Bild beschreibt die Absorbtion des Gewebes in Abhängigkeit zur Wellenlänge.