Stempelherstellung mit Laserplotter

CW und Q-switched, ordentlicher Ir, sichtbarer oder UV Rums der Spaß macht, sowie Materialbearbeitung mit diesen Lasern.
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jojo
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Stempelherstellung mit Laserplotter

Beitrag von jojo » Do 11 Jan, 2018 2:58 pm

Hallo,

Ich habe seit einiger Zeit einen 2,5 Watt Chinalaser und probiere einige Materialien aus.
Sehr schön kann man mit so einem Teil Stempel herstellen.

Angefangen habe ich mit Moosgummi aus dem Bastelbedarf. Es geht, allerdings ist das Material recht weich und "körnig", so dass es eher für Spielzeugstempel für Kinder reicht.
Dafür ist das Zeug unschlagbar billig und es geht schnell.

Um mal zu sehen, was qualitativ so drin ist, hatte ich mir Anfang Dezember mal in China 2 Platten "echten" Stempelgummi bestellt, wie er auch bei den CO2-Lasern benutzt wird.
Nach 4 Wochen kam es endlich an :D . Hier mal das Ergebnis.
Stempel01_web.jpg
Die Genauigkeit die man mit einer blauen Diode hinbekommt, ist schon recht beeindruckend.
Gefahren habe ich Zeilen von jeweils 50µm Abstand. Graviert wurde in mehreren Stufen und Stärken unter Verwendung mehrerer Vorlagen, um eine Abstufung hinzubekommen bzw. die Schrift und Konturen in der Tiefe freizugravieren.
Die eigentliche Druckschrift ist nur ein paar Zehntel Millimeter tief. Dann wurde mit jeweils größerem Rand noch in 2 Stufen bis fast 1 Millimeter tief graviert. Das genügt für einen Stempel.
Insgesamt waren es 5 Durchläufe.
In der Tiefe treten diese Rillen auf. Die kommen aber eher daher, dass dort der Laser aus dem Fokus ist und der Punkt stark elliptisch ist.

Ein paar Aufnahmen mit einem billigen USB-Mikroskop zeigen die fertige Stempelplatte. Der "i-Punkt" aus "Spaichingen" ist vielleicht knapp 1/4 Millimeter groß. Die Schriftgröße der kleinen Schrift ist 2,5 Millimeter.
Thu Jan 11 13-25-52.jpg
Thu Jan 11 13-27-29.jpg
Der Lasergummi stinkt kaum und verbrennt zu feiner Asche, die man nachher unter dem Wasserhahn abwaschen kann.
Die fertige Platte dann mit einer Pufferlage aus Bastelmoosgummi auf ein Stück Sperrholz (auch ausgelasert :wink: ) aufgeklebt und fertig.
Stempel02_web.jpg
Das Druckbild ist sauber (hängt natürlich auch vom Papier ab).
Ein Vergleich zu einem Stempel, den ich aus einer einfachen Gummimatte ("Stallmatte") 3mm dick gemacht hatte, zeigt aber kaum Unterschiede. Der Lasergummi hat eine glattere Oberfläche und ist weicher. Bei dem schwarzen Gummi muss man fester aufdrücken.
Stempel_Gummi3mm_web.jpg
Die Frage ist, ob es dafür den 10fachen Preis rechtfertigt. Für Spielereien tuts der billige Gummi. Der stinkt aber wie der Teufel!
Für anspruchsvolle Stempel würde ich den grauen Lasergummi nehmen (8-10 Euro /A4 Bogen).
Jedenfalls gehts auch ohne CO2-Laser. :wink:

Gruß

Joachim
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Re: Stempelherstellung mit Laserplotter

Beitrag von VDX » Do 11 Jan, 2018 3:22 pm

Hi Joachim,

meinen Glückwunsch! - das sieht doch schonmal ganz gut aus :freak:

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Re: Stempelherstellung mit Laserplotter

Beitrag von fesix » Do 11 Jan, 2018 7:15 pm

Nette Sache, sieht gut aus!

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Re: Stempelherstellung mit Laserplotter

Beitrag von mikesupi » Do 11 Jan, 2018 9:56 pm

Coole Sache !!!

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Re: Stempelherstellung mit Laserplotter

Beitrag von jojo » Fr 12 Jan, 2018 4:39 pm

Hier nochmal der Unterschied des gleichen Motivs aus unterschiedlichem Material.
Stempel_verschiedene.jpg
Links aus billigem Bastelmoosgummi 2mm. Rot oder Orange eignet sich am besten für blaue Laser.
Der Abdruck wird eher fett und etwas unscharf. Kleinere Konturen als diese hier kann man damit kaum mehr machen. Man darf nicht zu fest drücken, sonst drückt man den Stempel bis zum Grund durch. Das Material nimmt die Farbe gut. Oft sind Löcher in der Oberfläche. Da muss man darauf achten.
Lasern darf man nicht zu stark, sonst schmelzen die Konturen ab. Besser mehrmals mit sehr wenig Leistung drüberfahren. Ich habe bei der 2,5 Watt Diode mit 10% Leistung gelasert. Bei 25% Leistung ist das Material schon fast durch.
Weil das Material so weich ist, kann man dünne Konturen nicht so tief gravieren.
Rückstände gibt es kaum. Nur ein schwacher weisser Belag.
Unschlagbar billig und als "Gagstempel" eine nette Idee. Ein Bogen A4 kostet da keine 40 cent.

In der Mitte der aus schwarzem Industriegummi 3mm.
Die Konturen werden dünner und die Farbe wird etwas schlecht angenommen. Kann an der Farbe oder an der Oberfläche liegen. Der Abdruck wird aber relativ scharf und es sind sehr feine Konturen möglich.
Der Gummi ist ziemlich hart und man muss mit aller Kraft drücken.
Vielleicht müsste man den Gummi vor der Bearbeitung etwas an der Oberfläche anschleifen, damit er später die Farbe besser annimmt und die Oberflächenebenheit besser ist.
Das Zeug ist nicht einfach zu gravieren. Die Eindringtiefe mit dem Laser ist klein, weil sich eine harte Aschekruste bildet. Man muss mehrmals drüberlasern, um Tiefe zu erreichen.
Hinterher muss man mit Seife und einer Zahnbürste die Ascherückstände herauswaschen. Die sind recht hartnäckig.
Durchlasern bei 2 oder 3mm Dicke geht gar nicht. Auch nicht mit 20x drüberfahren.
Dafür ist der Gummi unverwüstlich. Kostet ca. 10 Euro pro Quadratmeter, also 60 Cent pro A4.

Rechts der Spezialgummi für Laser 2,3mm. Da gibt es gar nichts zu meckern.
Lässt sich schön bearbeiten und das Ergebnis ist wie bei einem Kaufstempel. Die erreichbare Relieftiefe ist hier am größten.
Auch hier muss hinterher der Dreck ausgewaschen werden, aber es geht leichter.
8 Euro pro A4-Bogen.

Eine Absaugung mit Aktivkohlefilter ist bei allen diesen Materialien natürlich obligatorisch, wenn man das im Innenraum macht.

Tja, nun überlege ich nur noch, was ich alles bestempeln soll.. :lol:

Gruß

Joachim
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Re: Stempelherstellung mit Laserplotter

Beitrag von fesix » Fr 12 Jan, 2018 6:20 pm

Mit welchen Vorschüben hast du dabei gearbeitet?

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Re: Stempelherstellung mit Laserplotter

Beitrag von jojo » Fr 12 Jan, 2018 7:47 pm

2000 mm/Min beim Moosgummi und 1500 mm/Min bei den anderen Gummis.
Beim Moosgummi könnte wegen der Leistung locker 10000 mm/Min gehen, aber die Steuerung macht nicht mehr mit.

Gruß

Joachim
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