Sicherheit bei Chinakracher K40

CW und Q-switched, ordentlicher Ir, sichtbarer oder UV Rums der Spaß macht, sowie Materialbearbeitung mit diesen Lasern.
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JanPan
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Sicherheit bei Chinakracher K40

Beitrag von JanPan » So 15 Mär, 2015 10:18 pm

Hallo zusammen,

ich habe Spaß an Technik und deshalb auch viele technische Spielereien, die man nicht unbedingt braucht (Folien-Plotter, 3D Drucker, ...) und lerne daran und damit und stelle damit Dinge für Freunde, Geschenke und so ein Nerdzeug her und so.
Ich bin also technisch ambitionierter Hobbyist.
Als Ingenieur habe ich auch schon die ein oder andere Laserschutzbelehrung mitgemacht und verstehe auch die Grundlagen. Dennoch ist ein roter Helium-Neon Labor-Laser was anderes als ein Laser zum Sperrholzschneiden ;-)
Ich überlege mir einen billigen China-Laser zu kaufen (40W ab ca 600€). Es ist mir klar, dass geklebte Laserröhren keine Hochleistungsteile sind und dass man für maximale Ergebnisse auch ein hochwertiges Gerät braucht. Mit den technischen Einschränkungen kann ich leben, wenn die Röhre kaputt geht kaufe ich mir eine neue ab 160€. Zum Ausprobieren wirds aber erst mal langen. Ich würde gerne kleine Objekte schneiden, Papier, Pappe, Acryl, Filz, ein paar Bleistifte mit dem Namen des lokalen Vereins etc.
Zunächst soll die Orginal-Platine mal zeigen ob sie was kann, dann wird er ggf mal auf Arduino/RAMPS1.4 umgerüstet.


So, genug Prosa, jetzt die Frage:

Mein Augenlicht ist mir lieb und teuer, ich würde nur ungerne darauf verzichten. Wie ist die Sicherheit dieser Teile zu bewerten? Sie haben keinen Interlock, was ich grundsätzlich gefährlich finde. Die Netzteile haben aber einen üblicherweise gebrückten Eingang, sollten also mit einfachen Mitteln mit Sicherheitsschalter ausgestattet werden können.

Wie ist die Sicherheit weiter zu bewerten? Birgt ein System mit entsprechenden Schaltern weitere Gefahren (auch z.B. wenn es ein anderer anwendet? Ich würde nicht ausschließen, dass ich das Ding dann mal wo anders betreiben würde oder einen anderen benutzen lassen würde.)

Bitte Laser spezifische Gefahren und keine Warnungen zu Elektronik aus China allgemein (Elektronik, Optokopplern mit durchgehender Masse etc.). Diese Dinge sollten allgemein bekannt sein, wenn man so etwas auch China kauft.

Besten Dank für eure Profimeinungen
Jan

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VDX
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Re: Sicherheit bei Chinakracher K40

Beitrag von VDX » So 15 Mär, 2015 11:03 pm

Hi Jan,

wenn du den Laserstrahl und Arbeitsraum nach Außen komplett abschottest, so daß er niemanden gefährdet und auch im Fehlerfalle nicht gefährden kann, hast du ein Gerät der Klasse 1.

Wenn nicht, hast du Klasse 4 (höchste Gefährdungsstufe) und mußt dafür sorgen, daß du selber und andere nicht gefährdet werden können ... bzw. die Gefährdung innerhalb bestimmter Grenzen 'tolerabel' wird.

Bei einem nicht komplett eingehäusten Laser brauchts dann z.B. eine entsprechende Schutzbrille und Notabschaltung und/oder vorbeugende Maßnahmen zur vermeidung von unnötigen Gefahren.

Beim CO2-Laser in der typischen Gravier-/Schneidsystem-Konfiguration (Strahl wird über Spiegel geführt/umgelenkt und auf eine Arbeitsfläche senkrecht nach Unten fokussiert) reichen z.B. schon Glas- oder Plexiglas-Scheiben um das Gerät herum.

Der nächstwesentliche Aspekt ist die Filterung des Rauchs und der Abgase, damit sie nicht in die Atemluft austreten - hier lohnt sich der Aufwand für einen Laserrauch-Absorber mit Aktivkohle, denn der Rauch von Kunststoffen und auch von Papier oder Holz ist nicht ohne :roll:

Viktor
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Re: Sicherheit bei Chinakracher K40

Beitrag von guido » Mo 16 Mär, 2015 5:11 am

Hi,

hab mir vor etwas über nem Jahr mal einen CO2 mit 60W aus dieser Chinaserie gekauft. Die grösste Katastrophe ist die mitgelieferte
Software "Moshi Draw". Virenverseucht und Absturzliebend..Das war die Version 2013. Die Steuerung ist aus eigener Dummheit mal gestorben.
Mit der neuen ( Komplette Platine mit Software 150 Euro oder so..) ging´s dann so la la...nicht komfortabel aber geht.

Deckel kann man aufmachen und das Teil lasert fröhlich weiter. Da besteht Nachrüstungsbedarf. In Punkte Absaugung: Ab Werk ist ein kleiner
Lüfter und ein 120er Flexschlauch dabei. Im Winter lässt man das Fenster ja gern mal offen :-) Hab dann noch einen stärkeren Lüfter und einen
Aktivkohlefilter nachgekauft..

Fazit: So wie das Ding ist...nee...Sicherheit ist was anderes...

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Re: Sicherheit bei Chinakracher K40

Beitrag von VDX » Mo 16 Mär, 2015 8:12 am

... ich habe auch einen dieser 'Chinakracher' mit 40W CO2 und MoshiDraw im Keller rumstehen, den ich schon länger mal umrüsten will :?

Ansonsten habe ich eine etwas umgebaute CNC-Fräse, auf die ich je nach Bedarf selbstgebaute Laserdioden-Module mit 2W@445nm oder 9W@975nm oder Faserlaser mit 50W oder 85W@1070nm 'draufschnalle' -- hier habe ich keine Umhäusung, sondern 'nur' passende Schutzbrillen und Rauchabsaugung durch einen industriellen Laserrauch-Absorber :freak:

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Re: Sicherheit bei Chinakracher K40

Beitrag von JanPan » Mo 16 Mär, 2015 7:30 pm

Herzlichen dank für die Antworten! Ich sehe, hier gibt es noch mehr von der Sorte... ;-)

Ja, die Software loszuwerden ist ein Grund für den Arduino-Umbau-Plan. Zusätzlich zu einer ordentlichen Entlüftung (hier denke ich eher an eine Schlauchdurchführung im Kellerfenster, so wie man das früher bei Trocknern gemacht hat) sollte denke ich auch noch eine Belüftung des Laserbereiches dazu kommen.

Kl. 1 bei umschlossenen Gehäusen ist mir bekannt. Wie ist das Gehäuse denn gebaut? Lässt sich das z.B. mit zwei Schaltern absichern oder ist das so baufällig, dass das nicht reicht? Und was wäre in dem unwahrscheinlichen Fall, dass der Laser seine eigene Abdeckung durchschneidet? Ist kaum vorstellbar, weil er ja dann nicht fokussiert ist.... Aber Teufel und Eichhörnchen und so. Den Plexiglasdeckel könnte er ja theoretisch kaputt machen...

Vielen Dank
Jan

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Re: Sicherheit bei Chinakracher K40

Beitrag von VDX » Mo 16 Mär, 2015 10:23 pm

... wenn der Strahl unfokussiert auf Glas trift, erhitzt er es lokal, so daß es reißen könnte - Plexiglas wird ebenfalls lokal erhitzt und schmilzt bei genug Leistung langsam weg -- im Bereich des direkten Strahlwegs oder möglicher Fehlstellungen der Spiegel sollte also möglichst Metall oder ein 'lasersicheres' Material verwendet werden.

Aus diesem Grund ist das Sichfenster auch meist nur oben, über dem Arbeitsraum, während die Seitenteile aus Blech gebaut werden.

Das Fenster oberhalb wäre nur gefährdet, wenn der Strahl auf einen darunterliegenden Spiegel trifft -- wäre dann aber wegen der starken Divergenz nach dem Fokussieren auf der Arbeitsebene aber viel weiter, als der unfokussierte Strahl ... es käme auf die tatsächliche Leistung an, was dann mit dem Fenster geschehen würde :freak:

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