HE Lasershow Interpolation

Allgemeine Fragen zu Lasershow Software und Show-Programmierung.
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ulihuber
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HE Lasershow Interpolation

Beitrag von ulihuber » Fr 07 Apr, 2017 10:19 am

Hallo zusammen,

nachdem ich ein paar Cambridge-Galvos bekommen habe und mir ein guter Freund ein Hyperport-Interface zum Spielen überlassen hat, habe ich mir die freie HE Lasershow Software geladen. Leider ist diese zwar in der Version 6 nicht mit dem Interface bzw. den Treibern zurecht gekommen, die 5er Version funktioniert aber ohne Absturz.

Bevor ich auf die Galvos losgehe, wollte ich erst mal am Oszi sehen was da so aus dem Interface rauskommt, also X/Y auf die Eingänge und Blanking auf Z (Intensität). Das ist dann sozusagen ein Galvo-Ersatz mit unendlicher Geschwindigkeit. Wenn ich nun irgendwelche Geometrien anlege, werden die auch einwandfrei dargestellt, d.h. es wird nicht zwischen den Stützpunkten gesprungen sondern sauber interpoliert. Die erkennt man an der deutlichen, hellen Linie am Oszi.
Lade ich nun eines der mit installierten Testbilder, bekomme ich dies auch dargestellt, allerdings dort offensichtlich ohne interpolierte Linien. Es werden letztlich nur die Stützpunkte angesprungen, wobei längere Strecken auch mehrere (wenige) davon haben können. Ich habe keine Parameter gefunden, der das ändern würde.
Daher meine Frage:
Ist das möglicherweise Absicht und nutzt die begrenzte Geschwindigkeit des Galvos als Interpolation, oder blicke ich einfach nicht durch wie man das einstellt?

Gruß
Uli

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tschosef
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Re: HE Lasershow Interpolation

Beitrag von tschosef » Fr 07 Apr, 2017 11:10 am

Halli hallo....

das mag ich :-)
ne saubere Frage:
Ist das möglicherweise Absicht und nutzt die begrenzte Geschwindigkeit des Galvos als Interpolation, oder blicke ich einfach nicht durch wie man das einstellt?
und ne kurze Antwort:
JA ...
das steht sogar so im Manual drinn, soweit ich mich erinnere....

Aber im Detail... eins nach dem Anderen...

erstmal Dazu:
Version 6 nicht mit dem Interface bzw. den Treibern zurecht gekommen, die 5er Version funktioniert aber ohne Absturz.
hmm.. das sollte eigentlich schon gehen.... wüsste jetzt nicht, warum es nicht geht... wenn Du magst, können wir der Sache noch genauer nach gehen, vielleicht hast dazu Detail Infos für mich. ich habe leider kein ML Interface hier, um das zu testen.

Dann zur Frage:

die Testbilder, die man auswählen kann, wenn man im Menü "Testbild" auf Testbilder anzeigen klickt, werden tatsächlich OHNE interpolation ausgegeben.
das liegt daran, dass diese a) schon interpoliert sein müssten, und b) eine weitere Interpolation teilweise das Ergebniss (zB Bestimmung der Scannspeed) verfälschen würde.
bei HE-LS 6 wird, sobald man auf "Testbilder Anzeigen" klickt auch ein Text eingeblendet, wo steht: "Bitte beachten: diese Testbilder werden für das Galvotuning verwendet. Die Ausgabe wird nicht durch das Programm optimiert"...

und so is es auch...
diese Testbilder kann man zB nutzen, um die Galvotreiber ein zu stellen... lediglich die PPS Rate hat einfluss, sonst nix.

will man die Ausgabeparameter der Software optimieren, muss man ja eh andere Bilder benutzen (zB HE_s_TestBilder Ordner)....

ich weis nicht, ob diese Meldung (text) auch schon bei HE 5 angezeigt wird...

ich hoffe geholfen zu haben.

by the Way... eben WEIL die Galvos eine gewisse Trägheit haben, braucht man die Interpolation, weil sonst die Galvos am Ende des Pfades wohl überschwwingen würden (was zu Schäden führt)
by the Way... schöne Messung mit dem Oszi... hab ich früher auch gemacht. TIP: um ein ähnliches Verhalten wie ein Galvo zu erzeugen kannst ein RC Glied am Eingang vom Oszi mit anbauen (R-C in Reihe, Spannung von C auf Oszi geben)

viele Grüße
Erich
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Re: HE Lasershow Interpolation

Beitrag von ulihuber » Fr 07 Apr, 2017 11:29 am

Hallo Erich,

danke für Deine nachvollziehbare Erklärung und sorry dass ich das im Handbuch übersehen habe.
Die Idee mit dem RC-Glied hatte ich auch schon, nur wollte ich den Hintergrund verstehen und nicht die Poor-Man's-Laserhow-Imitation am Oszi realisieren... :wink:

Bin mal gespannt was die Galvos so hergeben. Es sind 8320H, die sollten schon so halbwegs OK sein, nur die Treiber sind von Raylase und zu denen habe ich keine Doku.

Gruß
Uli

PS: < 1h für eine Antwort ist schon spektakulär... :D

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Re: HE Lasershow Interpolation

Beitrag von tschosef » Fr 07 Apr, 2017 11:54 am

macht nix, mit Handbuch..... ich lese die auch selten.
zur Info... es gibt auch tutorial Videos auf Youtube zu HE-LS

<1 h Antwortzeit... war zufall, am WE dauert es sicherlich länger.

wenns wieder Fragen gibt, einfach melden.
viele Grüße
Erich

PS. die INterface Problematik können wir evtl noch klären.
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Re: HE Lasershow Interpolation

Beitrag von ulihuber » Fr 07 Apr, 2017 12:10 pm

die INterface Problematik können wir evtl noch klären
Klar, gerne.
Also zuerst was dann lief:
Treiber aus http://medialas.info/data/drivers/Mamba ... rchive.zip
HE_Laserscan_V_04_04_2015.zip
MediaLas_Hyperport_DMX_Pro_Treiber.mld kopiert auf ml-driver.mld
Wurde alles sofort erkannt und lief ohne Probleme.

Bei der aktuellen Version 6 von HE Lasershow gabs bei gleichen Treibern einen harten Absturz beim Programmstart. Ich versuche das mal am Wochenende zu reproduzieren und gebe Dir dann mehr Details.

Gruß
Uli

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Re: HE Lasershow Interpolation

Beitrag von pardini » Fr 07 Apr, 2017 9:39 pm

Hi Uli, Erich,

schön daß ihr hier gleich zusammen gefunden habt. Bei Treiberproblemen kann Erich viel besser helfen als ich.
Auch die Stützpunkt Problematik hat er viel besser erklärt als ich. Jetzt wird mir auch viel klarer, weshalb man am ILDA Testbild anhand des Kreises und Quadrates überhaupt die Scanngeschwindigkeit ablesen kann. Eben weil dide Stützpunkte definiert sind und sich erst durch die Trägkeit der Galvos ein Größenverhältnis einstellt.

Gruß
Frank

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Re: HE Lasershow Interpolation

Beitrag von jojo » Sa 08 Apr, 2017 11:28 am

tschosef hat geschrieben: by the Way... eben WEIL die Galvos eine gewisse Trägheit haben, braucht man die Interpolation, weil sonst die Galvos am Ende des Pfades wohl überschwwingen würden (was zu Schäden führt)
Bei einem richtig eingestellten Treiber und modernen Galvos eigentlich nicht.
Die Galvos würden nie überschwingen, egal wie schnell das EIngangssignal ist.
Im Gegenteil: Die Rotorposition würde einfach nur nicht erreicht und das Bild zusammenfallen.
Theoretisch.. :roll:

Aber:
Durch den Versuch des Treibers, die Position zu erreichen, fließt massiv Strom durch die Galvos, welche dadurch
letztlich "abbrennen".
Die Überhitzung beeinflusst das Galvo und dessen Komponenten. Der Magnetfluss nimmt ab. Dadurch kann
der Rotor bei gleichem Strom nicht mehr wie gewünscht beschleunigt und abgebremst werden.
Der Treiber "sieht" nun ein Galvo mit anderen (schlechteren) Kenndaten und die Treibereinstellungen passen nicht mehr.
Die zumeist eingesetzte LED im Positions-Feedback sinkt in der Lichtleistung. Dadurch wird dem Treiber weniger Signalauslenkung vorgegaukelt und das gescannte Bild wird größer. Heisst, der Rotor muss mehr Weg machen um das gleiche Positionssignal zu erzeugen.
Dadurch kann ein Galvo an den Anschlag knallen, wenn der Winkel vor der Überhitzung schon maximal war.
Die "AGC" im Treiber versucht die Lichtleistung der LED zu regeln, hat aber Grenzen.

Zudem kann die Stromversorgung überlastet werden. Der Strom am Netzteil kann in kurzer Zeit auf 5, 10 oder 20 Ampere
steigen, je nach Galvos. Mit der Folge, dass das Netzteil begrenzt bzw. die Spannung zusammenbricht.
Wenn dies passiert, versagt die Treiberelektronik. Und dann kann es sehr wohl zu den von Erich gemeinten Ausreissern kommen.
Ganz toll sind dabei auch die oft auf Chinatreibern eingesetzten Polyfuses am Galvoausgang:
Die trennen nicht wie eine Schmelzsicherung, sondern werden hochohmig bzw. begrenzen den Strom in einem Übergangsbereich der Temperatur.
Dadurch bekommt das Galvo nicht mehr genug Strom und bricht ebenfalls aus.
Als Alternative setzen die Chinamänner dann eine träge 3 Ampere Schmelzsicherung ein - da kannst auch gleich eine Büroklammer nehmen, bei Sofortauslöung von 15 bis 20 Ampere. :lol:

Im Endeffekt crasht das Galvo. Aber die Ursache ist nicht dass ein Galvo durch Interpolationspunkte "an den Zielpunkt herangeführt" werden muss, sondern die thermische und strommäßige Überlastung, die einen Teufelskreis in Gang setzt.
Man kann einen richtig eingestellten Scanner problemlos mit purem Rechtecksignal maximaler Auslenkung fahren. Wenn der Strom und die Temperatur kontrolliert wird, ist das absolut kein Ding.

Sorry wenn vom Thema weg.. wollte das nur mal erklären, wie und warum man Galvos zum Sterben bringt.

Gruß

Joachim
(der schon fast alles an Todesursachen von Galvos gesehen hat)
Producer of NetLase, EasyLase USB and Raytrack scanners
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Re: HE Lasershow Interpolation

Beitrag von tschosef » Mo 10 Apr, 2017 8:55 am

Servus JoJo..

danke für die Info....
ja, is vermutlich korrekter als meine Info... :-)
Man kann einen richtig eingestellten Scanner problemlos mit purem Rechtecksignal maximaler Auslenkung fahren. Wenn der Strom und die Temperatur kontrolliert wird, ist das absolut kein Ding.
da stellt sich nur noch die Frage, welche aller Hersteller (Treiber, Galvo) wissen, wie man das macht, und das so einstellt...... sind das überhaupt 2-3 ????
Ich würde mich nicht trauen, das aus zu probieren....

viele Grüße
Erich
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Re: HE Lasershow Interpolation

Beitrag von ulihuber » Do 20 Apr, 2017 7:55 am

Hallo Erich,

hat leider etwas gedauert - es gab andere Prioritäten.
Die 6er Version läuft nun, nachdem ich das INI File gelöscht habe. Das war nur etwas schwer zu finden.

Gruß
Uli

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